Schließen Sie das Fenster der Verwundbarkeit!

Literatur: Skript Chris Becker, Referent bta, Berlin

Guido Schoepker | 14.05.2021


Das Fenster der Verwundbarkeit © Guido Schoepker

CHANGE MANAGEMENT UNTER WETTBEWERBSDRUCK

Das “Fenster der Verwundbarkeit” ist ein militärstrategischer Ausdruck und bedeutet:

“Ein Verteidigungssystem ist vorübergehend unzureichend gesichert und eröffnet dem Gegner eine erfolgversprechende Angriffsmöglichkeit.”

Bei Veränderung knirscht es... Es ist der normale Habitus des Einzelnen, seine Komfort-Zone behalten zu wollen - sie erst einmal nicht verlassen zu wollen.

Das passiert bei normalen Veränderungen im tagtäglichen Arbeitsleben, jedoch besonders, wenn große Veränderungen wie Post-Merger-Integrationen, Turnaround, Sanierung prozessuale Veränderungen und Restrukturierung mit sich bringt - und ja, auch während der digitalen Transformation!
Denn bevor ein Unternehmen wie Phoenix aus der Asche steigen kann, muß es das Feuer des Veränderungsprozesses erst einmal durchschritten und erfolgreich überstanden haben. Dieses ergibt immer Unsicherheit...

Kostenersparnisse treten ein, Veränderungen greifen, wenn eine Phase der Selbstreflektion überwunden ist
(Fisch-Prinzip). Solange die Unternehmen in einer solchen Phase stecken, sind sie praktisch gelähmt und verwundbar. Die Mitarbeiter, auch die Führungskräfte sind so sehr mit sich selbst beschäftigt, daß das Unternehmen Entwicklungen in Markt und Wettbewerb kaum noch mitbekommt.

Daraus ergeben sich nachfolgende Gefahrenpotenziale:

  • Chance für gezielte Angriffe durch Wettbewerber
  • Ablenkung der Mitarbeiter vom Hauptgeschäft durch Sorgen und Gerüchte
  • Abwanderung der Mitarbeiter und Führungskräfte (später auch Kunden und Shareholder)
    durch sinkende Loyalität, nach dem Motto: “Die Besten gehen zuerst…”
  • Gefahr des Ausblutens auf Grund der vorher großen Abwanderung

© Guido Schoepker

Hinweis:

  • Größere Veränderungsprozesse sind meistens auch Phasen einer ausgeprägten lnnenorientierung, bei der die Mitarbeiter und Führungskräfte mehr mit sich selbst beschäftigt sind als mit dem Markt und Wettbewerb.
  • Dies öffnet ein Fenster der Verwundbarkeit, in dem fusionierende oder umstrukturierende Unternehmen hochgradig angreifbar sind für clevere Wettbewerber, die dies als Chance für gezielte Attacken nutzen.
  • Gefährdet ist dabei alles, was wertvoll ist und eigenständige Entscheidungen treffen kann, vor allem aber Kunden, Schlüssellieferanten, wichtige Händler und interne Leistungsträger.
  • Je länger und tiefer sie im Ungewissen sind, desto mehr neigen sie dazu, ihr Schicksal in die eigene Hand zu nehmen, und sind deshalb sehr offen für entsprechende Angebote.

Um hier keine bösen Überraschungen zu erleben, die unter Umständen das gesamte Vorhaben zum Scheitern bringen, ist es wichtig, Veränderungsvorhaben von vornherein so zu konzipieren, daß das Fenster der Verwundbarkeit möglichst schnell wieder geschlossen wird!!


Dipl.-Ing. Guido Schoepker

Mehr als 25 Jahre Führungserfahrung in der Fahrzeugbau- und Maschinen-/Anlagenindustrie, zertifizierter Projektmanager CPMA / Agile Scrum Master / Agile Product Owner und Change Manager.
Entrepreneur, der seine Stärken im Aufbau und Umsetzen von Geschäftsfeld-Strategien hat - dabei steht die Kundenzentrierung immer an erster Stelle!

Copyright 2021 FRAMEWORK Interim Management.
All rights reserved.